Matratzentests sollte man den Fachleuten überlassen!

Wohlfühlen fängt beim Schlafen an! Statistisch gesehen, verbringt der Mensch fast ein Drittel seines Lebens im Bett. Grundvoraussetzung für einen erholsamen Schlaf ist eine gute Matratze. Aber was ist eine gute Matratze. Darüber wird heute noch viel gestritten. Unterschiedlichste Produkte verunsichern den Verbraucher, der mit kaum nachprüfbaren Werbeaussagen oft überfordert ist.

Also sollte man wieder einmal der Stiftung Warentest wenigstens im Bereich der Billigmatratzen vertrauen. Die Matratzentests (Heft vom 23.02.2006) fielen katastrophal aus. Von der kurzen Lebensdauer einer solchen Matratze einmal abgesehen, wurden zum Teil gesundheitsgefährdende Schadstoffe entdeckt, und selbst auf waschbare Bezüge wurde komplett verzichtet. Untersucht wurden zehn Matratzen zu Preisen von 59 bis 279 Euro. Nur eine einzige davon wurde mit gut bewertet.

"Bio" oder "Med", immer wieder Bestandteil umfangreicher Werbekampagnen, sind keine geschützten Begriffe bei Matratzen, so wundert es nicht, dass auch bei solchen Produkten hohe Schadstoffkonzentrationen entdeckt wurden.

Matratzen können ernsthafte Probleme für Allergiker hervorrufen. Deshalb ist für diese Personengruppe neben dem gewünschten Schlafkomfort auch eine geprüfte, mit einem Öko-Siegel versehene Allergiker-Matratze wichtig. Dabei sollte man nicht auf Versprechungen von engagierten Verkäufern vertrauen, sondern z.B die umfangreichen Tests der Zeitschrift "Öko-Test" zu Rate ziehen.

Was beinhaltet ein Matratzentest? Wesentlichster Teil des Matratzentests ist die Schulterzonen-Entlastung, vor allem die gesamte Punktelastizität, um eine optimale Anpassungsfähigkeit an die Wirbelsäule zu erzielen. Entscheidend ist, dass Matratzen nur an den Stellen nachgeben, an denen sie belastet werden, und sie sollten dann sofort zurück federn, wenn der Schlafende die Körperlage wechselt. Nur so ist der Druck auf das Gewebe gering und die Durchblutung ist ungehindert möglich.

Der Einzelne ist mit der Bewertung einer Matratze im Geschäft meist überfordert: Es gibt keine allgemein gültigen zertifizierte Gütesiegel. Die Zeitschrift "Ökotest" (Jahrbuch Bauen, Wohnen, Renovieren für 2006) hat ihre Matratzentests nach folgenden Kriterien durchgeführt: "Charakterisierung der Feder-Elastizität, Bewertung der Biege-Elastizität, Bewertung der Punkt-Elastizität, Bewertung der Schulterzonen-Entlastung, Bewertung der Körperzonen-Stützung." Bei den Inhaltsstoffen der Matratzen werden diese Kriterien bewertet: "Naturlatex-Anteil, Material des Matratzen-Bezugs, Material der Wattierung, Kunststoffe im Produkt, Antimon. Optische Aufheller in Bezug/Wattierung, Nitrosamine, Schwefelkohlenstoff und die Geruchsnote bei 23°C/40°C."

Diese ganzen Matratzentests kann man nicht selbst machen. Sie können aber eine entscheidende Kaufhilfe sein. Die letzte Entscheidung muss der mündige Konsument selbst fällen. Eventuell wird die Kaufentscheidung etwas leichter, da es Geschäfte gibt, die eine Matratze zum Probeliegen nach Hause mitgeben.